Schöner leben mit Facebook die Zweite oder: Wie melde ich jemanden wegen Volksverhetzung bei Instagram?

Nachdem wir diese Woche schon Bekanntschaft mit der Reichkriegsflaggenuhr des Uhr-On-Demand-Shops UHR63 auf der Plattform Rakuten.de, wurden wir heute Morgen mit der schönsten Liebeserklärung eines Users auf Instagram begrüßt (siehe Screenshots unten). Wie so oft ist das online-Ego dieser meist männlichen geltungssüchtigen Individuen wesentlich größer als die Kenntnis der Rechtsgrundlage, auf der sie sich bewegen. Wir gehen jetzt schon mal vorsorglich davon aus, dass wir wegen des Postings dieser Fotos auf Facebook gesperrt werden. Aber vielleicht erreicht das ja vorher ein paar Leute. Leider mussten wir feststellen, dass es gar keine Option gibt, jemanden auf Instagram für rechtsradikale Aussagen zu melden, die den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllen. Nun, wir sind eh der Meinung, dass wir viel mehr tun können, als diese Leute zu melden, denn wir haben da wenig Vertrauen in die Konzernzentrale von Facebook, zu der Instagram gehört. Wenn jemand wegen Gewaltandrohung gemeldet werden soll, bekommt die meldende Person erst einmal die Empfehlung, die andere Person zu ignorieren oder zu blocken. Aber zum Glück gibt es jetzt endlich eine Live-Video Funktion! Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank, Mark.

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Auf Facebook kann man alles kaufen oder: Werbung als Nazipropaganda

Wir wollten einmal wissen, wie um alles in der Welt diese beschissene Werbeanzeige in unseren Feed kommt. Facebook sagte uns, dass wir uns für das „Deutsche Reich 1933 bis 1945“ interessieren. Da das kein Interesse ist, dass wir selbst angegeben haben, schlussfolgerte der Algorithmus wohl von selbst, dass wir uns für Reichskriegsflaggenuhren interessieren würden, denn das Interesse wurde dadurch festgelegt, dass wir eine Seite gelikt haben, die etwas mit dem Thema zu tun hat. Dass wir allerdings eher am Widerstand interessiert sind, als am Erwerb von Nazisymbolik, ist bei Facebook nicht vorgesehen. Dass Unternehmen, wie die Rakuten.de durch bezahlte Werbung kommerzialisiert rechte Propaganda verbreiten, ist natürlich kein Verstoß gegen die gemeinschaftlichen Grundsätze der blauen Plattform. Dass hingegen satirische Beiträge gepostet werden hingegen schon. Für Geld ist bei Facebook alles zu bekommen – auch der Persilschein für Werbetreibende.

Hitlerdroge Crystal Meth: Ist Heisenberg ein Nazi?

Albuquerque. Viele hatten bereits Verdacht geschöpft, als nach ein paar Folgen der Bart und die autoritäre Ader des sonst so sanften Chemielehrers Walter White auftauchten. Ist der Mann, der Crystal Meth in industriellem Ausmaße kocht, um seine Krankenhausrechnungen zu bezahlen ein Nazi? Vince Gilligan, der die Reality Dokumentation über den krebskranken White produzierte, bestritt das bislang.

Allerdings nannte sich Walter White später nur noch Heisenberg. Die Parallele zu Werner Heisenberg, dem Physiker, der der Heisenbergschen Unschärferelation ihren Namen gab, ist offensichtlich. Während der Zeit des Faschismus in Deutschland war eben jener Heisenberg maßgeblich im Auftrag der Wehrmacht an der Entwicklung des Nazi-Atomwaffenprogramms beteiligt.

Jetzt kam die BILD mit der Schlagzeile über Nazi-Pillen und Crystal Meth heraus, die auf den ersten Blick sehr effekthascherisch und aus dem Zusammenhang gerissen zu sein scheint, bei näherem Hinsehen aber auf eine legitime Frage hinweist: War Walter White, auch bekannt als Heisenberg, ein Nazi?

Die Wahrheit wird alles in ihrere Macht stehende tun, um die vereinigte Leserschaft weiter auf dem Laufenden zu halten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Datenschützer des Jahres: Der deutsche Verfassungsschutz

Am 8. Mai 1945 platzte für viele deutsche Unternehmer ein Kindheitstraum, als das Naziregime vor den Armeen der Allierten endgültig kapitulierte. Doch nicht nur das – es war auch der Endpunkt eines deutschen Experiments. Denn es war auch das Ende, der ersten politischen Polizei, der Geheimen Staatspolizei, kurz GeStaPo. Unglücklicherweise wurden damit auch tausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im öffentlichen Dienst entlassen. Jene, die nicht in der CDU, FDP oder direkt bei Konrad Adenauer eine neue Beschäftigung fanden, mussten sich bis 1950 gedulden, als nach gutem Vorbild eine neue politische Polizei gegründet wurde: der Verfassungsschutz. Er bot vielen ehemaligen GeStaPo-Leuten und deren geistiger und physischer Kinder eine neue Heimat. Die Allierten, vor allem die US-Amerikaner standen dem Vorhaben sehr aufgeschlossen gegenüber. Allerdings mussten sie jedoch auf die neuen Entwicklungen am Markt reagieren und beauftragten die Marketingabteilung ein neues Konzept nach dem Modell der US-Amerikanischen Geheimdienste auszuarbeiten: solider Antikommunismus (das kannten die Deutschen Beamten schon), treue zur legitimen Regierung (auch keine neue Angelegenheit) und demokratische Gesinnung. Vor allem mit letzteren Taten sie sich schwer, aber letztendlich rangen sie sich einige Zugeständnisse zur Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung FDGO ab. So änderte sich die Sprache, jedoch nicht die Methode. Von der GeStaPo übernahmen sie viele bewährte Praktiken, wie zum Beispiel Infiltration, Folter, Bestechung, Mord, Anschläge, Provokation. Die Nürnberger Prozesse hatten die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit aber vor allem eines gelehrt – wenn etwas an die Öffentlichkeit gerät, sollte lieber gründlich bei der Aktenvernichtung gearbeitet werden. Beweisunterschlagung hat eine gute Tradition im deutschen Staatsapparat. So weiß bis heute niemand, wie viel Geld an rechte Organisationen geflossen ist, wer V-Mann oder V-Frau ist, wer von wem ermordet wurde und wer da eigentlich befiehlt. In diesem Sinne dürfte der Deutsche verfassungsschutz unsere Auszeichnung als Datenschützer des Jahres voll verdient haben, denn von niemanden ist sonst weniger bekannt: der deutsche Verfassungsschutz.

Protestlauf in Essen abgesagt – Nazis enttäuscht

Protestlauf in Essen abgesagt – örtliche Naziszene enttäuscht über gescheiterte Zusammenarbeit mit der SPD.

„Wir hätten sogar die örtlichen Rivalitäten überwunden und wären nach Essen gefahren, wobei wir bislang leugneten, dass die Stadt überhaupt existiere,“ sagte Siegfried Borchardt, unter Kameraden auch liebevoll SS-Siggi genannt.

Auf Nachfrage von „Die Wahrheit“ sagte der Essener SPD-Ortsverbandsvorsitzende und einer der drei Initiatoren der Demonstration unter dem Motto „Genug ist genug, Integration hat Grenzen, Der Norden ist voll“:

„Wir denken, dass die momentane Entwicklung der AfD zu einer reinen Nazipartei gefährlich ist. Daher haben wir beschlossen, dass wir das Thema Rechtspopulismus nicht mehr ihnen allein überlassen können. Auch aus Tradition nicht. Wir dachten eigentlich, dass wir mit Thilo Sarrazin auf Nummer sicher gingen, doch nun ist Aktivität angefragt. Leider warf die angekündigte Teilnahme der NPD und AfD unter dem Motto „Wohnungen zuerst für Doitsche“ Fragen sozialer Natur auf, mit denen wir uns zu Zeit nicht befassen wollen. Daher entschieden wir uns schweren Herzens für eine Absage der Veranstaltung. Dennoch seien alle ernsthaft besorgten Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen, auf der nächsten SPD Ortsverbandssitzung unter dem Titel „Wie Einwanderung Grenzen setzen“ mit uns über ein Aktionsprogramm zu diskutieren, dass den Nazis endlich den Boden entzieht.“