Eilmeldung: Beatrix von Storch aus Wortschatz gestrichen

Mallorca. Trotzdem sich die Redaktion von Die Wahrheit seit längerem auf einer wohlverdienten Klausurtagung im Mittelmeer befindet, wurde beim heutigen Champagnerfrühstück ein notwendiger Beschluss gefällt.
Nachden die Berliner AfD-Vorsitzende und gefallener Adelsspross nun erneut den Vogel abschoss und sich über angebliche Säuberungen echauffierte, da ein dänisches Museum Wörter wie „Hottentotten“ und „Neger“ nicht mehr zur Beschreibung ihrer Ausstellungsstücke zu verwenden, beschloss die Redaktion:

„1. Wir sehen Btrx vn Strch nicht als notwendigen Bestandteil der deutschen Sprache and und beschließen die sofortige Streichung ihres Namens aus unserem Vokabular.
2. Abwandlungen wie Beate von Storch oder Beatrix von Kranich sind nur in Ausnahmefällen zu verwenden.
3. Oben genannte Tiere stehen in keinem bewussten Zusammenhang mit Äußerungen dieser Person.
4. Dieser Beschluss wird dem Ministerium für Wahrheit (Miniwahr), Josef Stalin und der Antifa GmbH gegen eine Gebühr von 50,000 Euro aus dem Haushalt des Miniwahr zur Bestätigung vorgelegt.
Zusatz: Da in der deutschen Sprache weiterhin Wörter wie Mohrenköpfe Verwendung finden, setzen wir uns für eine weitestgehende und allumfassende Säuberung der Sprache und Köpfe der Menschen ein. Nicht die Tat selbst, sondern der Gedanke macht das Verbrechen aus. Alle Institutionen werden aufgefordert, Rechenschaft darüber abzulegen, warum diese längst überfällige Säuberung nicht bereits in de Vergangenheit geschehen ist.“

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GEZ-Pfändung: von Storch eröffnet Konto in Panama

Panama City, Berlin. Nachdem die eine weltweite Arbeitsgruppe von Journalist*innen einen angeblichen Schwindel um mutmaßliche Offshore-Briefkastenfirmen aufgedeckt haben soll, entschied die Chefredakteurin von Die Wahrheit, dass es an der Zeit wäre, mal wieder nach Panama zu fliegen, um ein paar persönliche Geschäfte in Ordnung zu bringen.

Während sie rein zufällig aus den Türen der Kanzlei Mossack Fonseca tritt, geschieht das Undenkbare. Beatrix von Storch läuft die Straße entlang – in einem Ausland! Die Gelegenheit beim Schopfe packend, schob sie Direktoren von Siemens, Aufsichtsratsmitglieder von VW und Lionel Messi vom FC Barcelona beiseite, um die AfD-Politikerin noch zu erwischen.

Auf die Frage hin, was die Berliner AfD-Führerin ausgerechnet nach Panama verschlagen hätte, antwortete diese: “Die GEZ und die ganze staatliche Planwirtschaft war mit schon immer ein Dorn im Auge. Mit diesem Geld werden eh nur die Linksextremen wie das ARD, die Antifa und Angela Merkel finanziert.” Insbesondere der öffentlich-rechtliche Rundfunk war von Storch schon lange ein Dorn im Auge. “Jetzt ist das Maß voll,” konstatiert die Adlige, “nachdem sie mein Konto gepfändet haben, wir es Zeit, das Geld in Sicherheit zu bringen.” Erst der Mausrutscher, dann der drohende Rauswurf aus der EKR-Fraktion im Europaparlament, dann der plötzliche Ausschluss aus der AfD-Programmkommission und nun die Pfändung – Beatrix von Storch scheint kein Glück zu haben.

Beatrix von Storch ist seit jeher eine Verfechterin der privaten Vermögenspflege. Nicht zuletzt, seit die Bundesregierung das lukrative Geschäft mit dem Gold für die AfD reglementiert hat und nun nach Lösungen gesucht werden, das gewonnene Geld sicher anzulegen. Nicht nur haben Deutsche in Lateinamerika insbesondere nach 1945 auch aus politischen Gründen ein ganz besonderes Ansehen genossen. Beatrix von Storch ist der kluge Umgang mit Finanzen, der Handel mit dem Gold und die politische Verbindung nach Südamerika geradezu in die Wiege gelegt worden. Bereits ihr Großvater tat sich vor der Machtübernahme durch die linksgrüne Kifferregierung in Deutschland in prominenter Position als Finanzexperte hervor.

Warum also gerade die Kanzlei, die gerade auf Grund ihrer zwielichtigen Geschäftsmodelle in den Blickpunkt geraten ist? Die Rechtspolitikerin gibt eine ungewöhnlich konkrete Antwort:”Erst einmal muss man sowieso anzweifeln, was die Lügenpresse schreibt. Ob in Deutschland oder im Ausland. Sollten allerdings die Punkte wahr sein, die hier so aufgebauscht werden, klang es wir das perfekte Bewerbungsschreiben. Wenn sogar Putin und Assad die Kanzlei Mossack Fonseca zu ihren Ratgebern zählt, dann muss da was dran sein. Und die netten Herren haben mich in einem ersten Gespräch ganz vorzüglich beraten. Und wenn es hilft, Steuern zu sparen – umso besser. Keinen Cent zuviel für diesen Unrechtsstaat. In diesem Sinne bin ich gern Flüchtling, nämlich Steuerflüchtling. Und Panama gewährt mir quasi politisches Asyl vor der deutschen Politik.”

Nach Löschung kritischer Facebookseite: Nazi-Nerds verkünden nahenden Endsieg

Germania (vormals Berlin). Nachdem sie nicht nur alle Flüchtlinge aus Deutschland, sondern von der ganzen Welt vertrieben haben, ist einer Nerd-Gruppe aus überzeugten AfD-Anhängern und anderen Rechten (siehe Foto für Beispiel) nun endlich die alles entscheidende Offensive gelungen. Sie haben durch eine organisierte Aktion, in enger Partnerschaft mit der Facebook-Inquisition, immer wieder kritische Seiten gemeldet, bis diese gesperrt oder gelöscht wurden. Der jüngste Fall war die Seite AfD-Watch.

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Der gegen Rassismus und Nationalismus gerichtete Inhalt der Seiten verstößt eindeutig gegen die Richtlinien der Facebook-Community. Chef des sozialen Netzwerks Mark Zuckerberg sagte dazu gegenüber Die Wahrheit: „Demokratie tralala – zwei Drittel aller geposteten Inhalte sind entweder rassistisch, nationalistisch, diskriminierend, verschwörungstheoretisch, rechtsextrem oder alles zusammen. Wie soll ich denn bitte Geld verdienen, wenn wir das konsequent sanktionieren würden. Nachher müssten wir noch gegen sexistische Postings vorgehen. Stellt euch das doch mal vor – ein social network, in dem sich alle Beteiligten wohl fühlen! Das wäre doch Schwachsinn! Es läuft doch so – wir sperren diese ganzen Kommunistenseiten und die Nazis posten weiter ihr Zeug, über das sich alle aufregen. User-Engagement ist alles.“

Mandy Schabrowski, frisch gebackene Wachpolizistin im Bundesland Sachsen sagte dazu: „Wir als überzeugte Demokraten wollen den linksfaschistischen Gesinnungsterror nicht länger hinnehmen. Es ist gut, dass die Seiten verboten werden, denn hier im Land muss endlich wieder Meinungsfreiheit herrschen. Wer derart auf der Seite der Mächte steht, die Deutschland kolonisieren wollen, um Deutschland zu schwächen, hat aus der Geschichte wirklich nichts gelernt. Nie wieder Faschismus! Für wirkliche Demokratie!“

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In einem anonymen Rundbrief schrieb das anonyme neurechte Anonymous-Kollektiv: „Kameraden! Die Stunde ist nahe, da unser Sieg kommen wird und kommen muss! Die linksgrüne Herrschaft der CDU-Kanzlerin und Volksverräterin Merkel schwankt. Wir werden noch zwei Angriffe auf bekannte Gesichtsbuch-Seiten starten und dann fällt das Unrechtsregime.“

Gegenüber seinen Anhänger*innen sagte der zukünftige Reichskanzler und AfD-Führer Björn Höcke: „Nun, da unsere Stunde gekommen ist und wir nicht zur Berlin und Deutschland zu altem Glanze und wahrer Demokratie verhelfen, indem wir alle unsere Feinde zum Schweigen bringen, machen wir auch endlich Schluss mit der Überfremdung unseres schönen Vaterlandes. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die letzte Seite im Zwischennetz gefallen ist. Das weltweite Netz gehört uns.“

Neben der bereits erfolgten Umbenennung von Berlin in Germania, soll weiterhin das world-wide-web (www) in weltweites Netz (wwn) und das Nachrichtenmagazin „Die Wahrheit“ in „Linksfaschistisches Propagandablatt“ umbenannt werden.

DIE LINKE: Mit Erika Steinbach gegen die AfD

Berlin. Nachdem für die neuesten Vorschläge verschiedener Vertreter*innen der Linkspartei lediglich sozialdemokratische Urgesteine wie Thilo Sarrazin, Heinz Buschkowsky und post mortem Gustav Noske gewonnen werden konnten, wird nun ein anderer Weg eingeschlagen.
Der ehemalige Fraktionsvorsitzende und Parteipatriarch im Proletariermantel Gregor Gysi kommentierte gegenüber Die Wahrheit: „Lange haben wir uns auf B90/Grüne und die SPD orientiert. Wir boten uns als sozialdemokratisches Korrektiv an. Aber die SPD brauchte gar kein Korrektiv. Die können wir ruhig links liegen lassen.“
Gysi ist mittlerweile 68 Jahre alt. Wer in diesem Alter noch das gelobte Land sehen will, muss sich ranhalten. Dazu meint er: „Die SPD schien mir ein geeigneter Partner zu sein, damit ich noch einmal Vizekanzler und Außenminister werde. Doch egal, wie sehr wir uns ihren Positionen annäherten, um auch die letzten Wähler’innen zum Original umzuleiten, es hat nicht funktioniert, die Wahlergebnisse der SPD blieben enttäuschend.“
Jetzt fahren Gysi und seine Freunde eine andere Strategie. „Lassen wir die Sozialdemokratie links liegen. Angesichts der faschistischen Gefahr, die von der AfD ausgeht, müssen alle demokratischen Parteien zusammenhalten und ein Bündnis der Anständigen eingehen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat es vorgemacht und ist mit dem Arbeitgeberverband ein Bündnis eingegangen. Daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen. Alle aufrechten Demokraten und Demorkatinnen dieses wunderbaren Landes müssen sich zusammenschließen. Damit appellieren wir auch direkt an die CDU.“ So heißt es in einem internen Papier einer parteiinternen Arbeitsgruppe um Petra Pau, Gesine Lötzsch und Gregor Gysi, die früher unter dem Namen FDS auftrat. Überschrieben ist dieses Papier mit „Auf zu neuen Ufern – aus Liebe zur Heimat“
In einem internen Zirkular zu dem Strategiepapier heißt es: „Es mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen, dass ein Bündnis mit der CDU vorgeschlagen wird – doch ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Unsere Freunde in Griechenland haben es vorgemacht, indem sie ein Bündnis mit ANEL eingingen. Wie wir sehen ist diese Koalition seit über einem Jahr ausschließlich von Erfolg gekrönt.“
Auf die Frage, wie sie es denn mit Aussagen der CDU Menschenrechtssprecherin Erika Steinbach hielten, die mehrfach durch rassistische Äußerungen aufgefallen ist, sagte die Bundestagspräsidentin Pau: „In einem persönlichen Gespräch hat mir Erika glaubhaft vermittelt, dass sie die CDU auf keinen Fall verlassen wird und felsenfest auf dem Fundament der Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung steht.“ Sollte es mal zu einem Konflikt mit einer ihrer Aussagen kommen, könnten diese einfach übernommen werden, damit Steinbach selbst im gesamtpolitischen Spektrum linker wirkt, wenn selbiges nach rechts rückt. Die CDU stehe den Positionen Paus insgesamt näher, als die SPD, zeigte sich die LINKE-Politikerin sichtlich erleichtert.
Wir befragten den Vorsitzenden der Sozialdemokratie und prädestinierten Kanzlerkandidaten der SPD, was er von den Entwicklungen halte. „Wissen sie, die Sozialdemokratie hat Weltkriege, Revolutionen und Konterrevolutionen überstanden. Warum sollten wir uns also mit einer Eintagsfliege wie Gregor Gysi beschäftigen? Es ist doch so: wir bei der SPD können immer sagen, dass die Politik, die wir machen von Parteibeschlüssen und den Umständen diktiert wird, wir aber persönlich dagegen sind. Bei der LINKEn ist es umgekehrt. Die wollen ankommen, also müssen sie sagen: >Unsere Basis ist dagegen, aber ich persönlich bin dafür!<“
Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine gehen das Ganze von einem anderen Ende an, landen aber beim gleichen Ergebnis. Wagenknecht sagte gegenüber der Redaktion: „Es gibt in Deutschland gar keine Faschisten. Es gibt nicht mal ein Problem mit Rassismus. Wer das sagt, verprellt nur unsere Wählerbasis, die gerade übergangsweise die AfD gewählt hat, weil wir ihre Sorgen nicht ernst genommen haben.“ In Brandenburg, wo DIE LINKE seit Jahren an der Landesregierung beteiligt ist, befindet sich diese Linie bereits in voller Umsetzung. Wie es gemeint sei, dass Migrant*innen, die keine Arbeit finden, wieder in ihre Länder gehen sollten, erläuterte der Landesvorsitzende Görke: „Wenn wir erst mal die ganzen Arbeitslosen Ausländer los wären, hätten wir schon mal weniger Probleme mit den Sozialleistungen. Dann hätten die Nazis auch nichts mehr, worüber sie sich aufregen könnten. Wir würden also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.“
Es spricht Vieles dafür, dass die Orientierung auf eine linkskonservative Bundesregierung nach den Wahlen 2017 in den nächsten Monaten konkretere Formen annehmen wird. Aus internen Kreisen heißt es, dass Gysi sich darauf vorbereitet, mit Horst Seehofer, mit dem er außenpolitisch viele Ansichten teilt und Erika Steinbach ein Sondierungstreffen abzuhalten, um schwarz-rote Haltelinien einer Zusammenarbeit auszuloten.

Freiwillige AfD-Wahlkampfhelfer*innen: Die Medien

Berlin. Bei Medienkonzernen, deren oberste Ziele die Auflagenstärke und der Gewinn sind, ist es wie bei Literaturkritiker*innen und Hunden – wer am lautesten bellt, kriegt den Knochen.

Ein Geben und Nehmen

Und so gibt es seit den Tagen des alten Bernd Lucke (er Ruhe in Frieden) eine stillschweigende Vereinbarung zwischen ihnen und der AfD. Die Angestellten warten, mit der Kamera im Anschlag, vor den Büros und Häusern der Höckes, Petrys, Storchs und wie sie alle heißen. Die Praktikant*innenschar wird abgeordnet, im Minutentakt deren Seiten auf Facebook und Twitter-Accounts zu durchforsten. Und da solche Aufmerksamkeit keine Einbahnstraße ist, macht es die AfD-Führung: sie verursacht Skandale, provoziert, beißt und schlägt um sich, mal mehr und mal weniger geschickt, aber mit Erfolg. Und es wird ihnen vergütet – sie bekommen mehr Plattform für ihre Aussagen und Ideen, als jede andere Partei. Natürlich nur, solange die Auflage dann auch eine Abnahme findet. Das Thema Flüchtlinge hat sich verbraucht – das findet auch die AfD-Führung und entdeckt nun für sich die Demokratie neu. Andere Themen werden folgen, andere Skandale werden folgen. Sie schimpfen auf die Lügenpresse, die Lügenpresse druckt es. Sie rücken sich als Geächtete ins rechte Bild, die Presse verteidigt sich. Beide verdienen gut daran. Es gibt eine Reihe anderer Politiker*innen, die ebenso daran Teil haben wollen und sich ebenfalls gut in Szene setzen können. Wir kennen die Namen – Steinbach, Klöckner, Seehofer. Hier eine rassistische Äußerung, da AfD-Verständnis, dort Handschlag mit alten Freunden in der russischen Regierung. Es ist tendenziös, was da berichtet wird, denn es kommt immer von rechts. Ist in den letzten Jahren mal ein Skandal ausgebrochen, weil jemand öffentlich sagte oder schrieb, dass die Waffenexporte sofort gestoppt und die Rüstungsindustrie als Fluchtverursacher verstaatlicht und in demokratischer Hand in zivile Produktion umgewandelt werden muss? Nicht, soweit wir uns erinnern können. Natürlich liegt das auch daran, dass solche Aussagen eher selten getroffen werden und statt dessen Wagenknecht und andere eher eine Titelseite bekommen, wenn sie sich gegen die Aufnahme aller Flüchtlinge aussprechen. Das macht sie übrigens noch nicht zu Querfrontler*innen, sondern zu ganz banalen Politiker*innen, die genau das selbe sagen, wie ihre Pendants in SPD und anderen Parteien.

Wer den Scheiß glaubt, ist selbst Schuld?

Natürlich muss jedem Menschen zugestanden werden, selbst zu entscheiden, was gelesen und geglaubt wird. Aber zu behaupten, dass alle doof wären, die glauben, was in der Presse steht ist dann doch etwas zu einfach. Denn es macht einen Unterschied, ob die Leute lesen, dass eine fremdländische Kultur hier her kommt und damit Mädchen und Frauen auf einmal einer besonderen Gefahr ausgesetzt sind. Nach Köln konnte man sich nicht fest genug die Ohren und Augen zuhalten. Zu sagen, dass Leute, die das glauben einfach nur blöd sind, überlässt Millionen von Leser*innen den Rattenfängern auf der Rechten. Es lässt die Opfer allein, es lässt jene allein, die verunsichert und verängstigt sind und statt den Versuch einer wirklichen Antwort auf die Probleme, bekommen sie nur den rechten Unflat zu hören.

Schlagzeilen statt Inhalte

Es ist wie mit den meisten Artikeln. Eine knackige Überschrift, ein provokantes Bild. Das wird in den sozialen Netzwerken geteilt, das wird gelesen, ein großer Teil der Leute, die das liken, liest nicht einmal den kompletten Text, da mit dem Teilen einer Überschrift vor allem ein Statement abgegeben wird. Die Aufmerksamkeitsspanne schmilzt durch die hohe Geschwindigkeit des Informationsflusses schnell auf 160 Zeichen zusammen. Sachen wie Mausrutscher, Rassisten-Tourette gehen gut. Damit ist nicht nur der AfD geholfen, sondern allen Parteien, die eine ähnlich unsoziale Agenda verfolgen. Verschärfung der Asylgesetze, Bewahrung der deutschen Traditionen ist Nichts, was viele Konservative in der CDU nicht unterschreiben würden. Die Abschaffung des Mindestlohns, ein Antigewerkschaftskurs, Spaltung in nützliche und nicht-nützliche Deutsche und Nicht-Deutsche steht im Programm aller Arbeitgeberverbände und anderer Parteien wie SPD, CDU, FDP und Grüne. Während sich noch über die letzte krasse Aussage dieser oder jener Politikerin aufgeregt wird, setzen andere das längst um, was die AfD fordert. Unbehelligt. Wer protestierte gegen die Aussetzung des Familiennachzuges schon? Wer wusste überhaupt davon? Die gleichen Medien, die uns nicht erst seit 2013 oft rassistische Berichte erstatten, sorgen mit einer Ablenkung von den Inhalten der Politik auch dafür, dass die Leser*innenschaft nicht über mögliche Lösungsansätze nachdenkt. Wenn wir nur darauf warten, was wer als nächstes sagt, lassen wir uns gleichzeitig eine Politik und eine Ablenkung diktieren, die gegen uns gerichtet ist.

LaGeSo Berlin – Toter Flüchtling war spazieren

Als der Syrer Jahmal A. am Abend des 27. Januar vor dem Berliner LaGeSo aus dem Taxi steigt, fällt ihm als erstes die ganz unübliche Unruhe und Menschenansammlung vor dem Landesamt auf. Als er seinem Concierge die Rechnung für die Fahrt übergeben und den Schlüssel für sein Studio-Apartment mit Blick über die Dächer Berlins abholen will, erzählt dieser dem staunenden Flüchtling, dass er für tot gehalten werde.

Spaziergang im Herbst
Jahmal mit einer Freundin in Berlin-Mitte

Wir verabreden uns mit Jahmal in der hauseigenen Bar (Foto unten) und trinken Fair-Trade-Moccacino mit Kaffeebohnen aus Rojava. Dem Barista gibt Jahmal wie gewohnt ein üppiges Trinkgeld.

Gegenüber Die Wahrheit sagte er in perfektem deutsch, das er an der Universität in Damaskus lernte: „Da der hauseigene Fuhrpark mal wieder unzureichend ausgestattet war, entschied ich mich, zu laufen und ein wenig die Stadt zu erkunden. Vor allem wollte ich mich auf dem Tempelhofer Feld umschauen, wo zur Zeit Eigentumswohnungen für mich und andere gebaut werden. Dass ich so lange mit dem Taxi zurück brauchte, ist bei der katastrophalen Situation im Berliner Verkehr kein Wunder. Der Berufsverkehr ist schlimmer, als der Wochenmarkt in Aleppo,“ sagte der syrische Professor und zündete sich eine kubanische Importzigarre an.

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Arbeiten hingegen müsse der Geflüchtete nicht. Unlängst habe der Sozialsenator Czaja sogar das Verpflegungsgeld auf das Niveau der Bundestagsabgeordneten angepasst. Hartz IV dürfe er allerdings ohne geklärten Aufenthaltsstatus nicht beziehen, womit der Vorwurf, er wäre in das Sozialsystem eingewandert, unhaltbar wäre. Er habe es aber auch nicht nötig, auf dem Niveau eines deutschen Arbeitslosen sein Dasein zu fristen. Dass ihm auch ohne Arbeitserlaubnis und materielle Not vorgeworfen würde, könne er verstehen, da Berliner Gymnasien seit dem Anstieg der Ankommenden Menschen schon mal vorsorglich Lehrer, in seinem Fall zwei Deutschlehrer, entlassen würde, falls doch jemand von ihnen mal arbeiten würde. (Quelle: Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung)

Er hätte den Mann, der ihn als tot meldete, durchaus seit längerem gekannt. Er brachte ihm regelmäßig das Gepäck auf sein Zimmer. Auch erwiesen sich die ehrenamtlichen HelferInnen gar nicht als ehrenamtlich tätig, sondern meist gut bezahlte Antifas. Auch die katastrophalen Zustände am LaGeSo seien ein Konstrukt der Lügenpresse. Dirk V. (Foto) stellte sich ihm niemals mit ganzem Namen vor, er hätte allerdings gehört, dass das V für irgendetwas in Verbindung mit dem Verfassungsschutz stehe, könne sich aber nicht genau erinnern.

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Wir besuchen Dirk V. zuhause, denn wir wollen mehr über seine Gründe für diese Geschichte erfahren. Nachdem die Polizei ihn fertig verhört hatte, sagte ein Sprecher, dass der junge Mann zwar Gründe genannt habe, sie aber leider nicht weitergegeben werden können. Als wir Dirk einen schweren Geldumschlag auf den Tisch legen, lebt der betrübte Mann auf. „Das ist ja wie damals!“ rief er aus. Eigentlich dachte er, er würde an einem kalten Dezemberabend vor knapp zwei Monaten überfallen, als ein unbekannter Mann sich ihm von hinten näherte. Dirk führt aus: „Er drückte mir jedoch nur einen Umschlag in die Hand, ähnlich wie der, der jetzt auf dem Tisch liegt und sagte, dass dort, wo das herkommt noch viel mehr ist. Ich hatte keine Arbeit und brauchte das Geld, mit meinem Studienkredit lag ich im Rückstand. Der Mann murmelte mir irgendwas von Asylgesetzverschärfung und Aussetzung des Familiennachzugs ins Ohr und verschwand. In mir machte sich der Eindruck breit, dass dies ein Arbeitgeber wäre, den ich besser nicht enttäuschen sollte.“

Dirk V. und sein neuer Chef:

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Jahmal, der uns in die Lobby des LaGeSo begleitet, sieht das gelassen. Wenn seine Familie nicht nach Deutschland kommen könne, würden sie einfach für ein oder zwei oder zehn Jahre Urlaub im Iran machen, wo er sie regelmäßig besuchen würde.