Nach Extra3: Erdoğan will Türkischen Kaffee verbieten

Berlin, Ankara. Nach dem Eklat um die Ausstrahlung eines Beitrages durch das NDR-Nachrichtenmagazin hob der türkische Sultan Recep Tayyip Erdoğan an, das Video zu verbieten. Seine Diplomaten erhöhten den Druck auf die deutschen Botschafter, ihre Regierung zur Löschung des strittigen Videos zu bewegen.

In einem exklusiven Gespräch mit Die Wahrheit sagte Erdoğan: „Die deutsche Regierung macht doch sonst auch alles, was wir wollen, nur damit wir weiter die PKK bombardieren und Menschen, die vor diesen Bomben fliehen, Asyl und Durchreise verwehren. Nicht, dass wir das nicht sonst auch tun würden. Aber wenn die Bundesregierung uns dafür Geld, Waffen und einen EU-Beitritt verspricht, warum nicht?“

Jetzt sei ihm jedoch der Kragen geplatzt. „In jeder vernünftigen Demokratie ist doch die Aufgabe der gewählten Regierung dafür zu sorgen, dass sie respektiert wird. Ich kann ja verstehen, dass das in Westeuropa noch nicht so gesehen wird und hier und da ein paar gut bezahlte Komiker den einen oder anderen Witz reißen, um den Anschein zu wahren.“

Dann habe er jedoch von einem Getränk namens „Türkischer Kaffee“ erfahren. „Dass dieses Abwaschwasser, das vor allem von den Barbaren und Ungläubigen in Ostdeutschland getrunken wird, ausgerechnet Türkischer Kaffee genannt wird, übersteigt meine kühnsten Vorstellungskräfte. Wenn sie es wenigstens Kurdischen Kaffee genannt hätten. Das aber ist eine Beleidigung für mein ganzes Volk, also für mich! Ich fordere die deutsche Regierung auf, umgehend für die Einstellung dieser ungeheuerlichen Blasphemie zu sorgen und wenn sie den Leuten die Arme auf den Rücken fesselt. Ebenfalls sind diese Personen unverzüglich zu einer kulinarischen Sonderbehandlung in die Türkei auszuweisen!“

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Von Storch schreibt Danke-Brief an islamistische Terrororganisationen

Mit freundlicher Genehmigung veröffentlicht Die Wahrheit an dieser Stelle ein Dankesschreiben der Europaabgeordneten Beatrix von Storch an die Oberhäupter der größten islamistischen Terrororganisationen der Welt und schlägt Ihnen in sechs Punkten einen Plan für die weitere Zusammenarbeit vor, sollte die AfD regieren.

Von:

Beatrix von Storch, European Parliament
Rue Wiertz
Willy Brandt 06M121
1047 Brussels

 

An:

Pressestelle Daesh (Islamischer Staat), zu Händen Abu Bakr al-Baghdadi

Pressestelle Ansar al-Scharia, zu Händen Mohammed al-Zahawi

Pressestelle al-Shabaab, zu Händen Abu Mansur

Pressestelle al-Qaida, zu Händen Ayman al-Zawahiri

 

 

Sehr geehrte Herren Terroristenführer,

 

für die meisten von Ihnen und Ihren Anhängern mag es ungewöhnlich erscheinen, dass gerade eine Europäerin Ihnen einen Brief schreibt. Und dann noch eine, die Ihnen normalerweise politisch so überhaupt nicht nahesteht. Und dann noch aus Brüssel an einem solchen Tag!

Lassen Sie mich kurz erläutern, warum ich diese Zeilen verfasse.

Zuallererst wollte ich eines loswerden: Danke. Danke, dass sie nie damit aufhören werden, genau das zu bestätigen, was wir immer sagen. Vom Islam geht eine Gefahr für das ganze Abendland aus. Und wissen Sie, was das Beste daran ist? Sie machen nicht mal einen Hehl daraus! Sie sagen ganz offen, dass Sie ein Ende der westlichen Kultur – wenn nötig mit unendlich vielen Toten – herbei führen wollen. Das stellen Sie im Nahen Osten jeden Tag auf das Neue unter Beweis und hin und wieder auch mit einem Anschlag in anderen Ländern.

Natürlich sind wir dagegen und wollen unsere christlich-abendländische Kultur schützen. Aber wissen Sie was? Vor Paris wäre es undenkbar gewesen, dass wir uns gegen diesen Lucke durchsetzen konnten. Doch Paris – das war eine Wende. Das waren nicht die USA, das war ein Schlag ins Herz der gesamten europäisch-bürgerlichen Tradition und jetzt müssen wir alle gemeinsam unsere Werte verteidigen. Auf einmal erhielten wir so viel Zuspruch wie nie zuvor und wurden endlich diese weichlichen Liberalen los. Und wenn es jemanden gibt, der diese Leute noch weniger mag als Sie, dann sind es wir, das garantiere ich Ihnen.

Und dann die Flüchtlingswelle. Glaubt denn irgend jemand, wir würden ohne den Krieg und das Elend, dass Sie dort unten entbrannt haben bei gleichzeitiger Unfähigkeit der Bundesregierung, eine gute Versorgung sicher zu stellen, erfolgreich sein? Ich glaube das jedenfalls nicht.

Doch das Thema hat sich langsam abgenutzt. Und um ehrlich zu sein – es gab zwar ein paar junge Hitzköpfe, die schon vor dem offiziellen „Los“ auf die Heime los gegangen sind, aber die ganzen Asylanten haben sich immer vorbildlich benommen. Das sah nicht gut aus für uns, aber Köln hat uns dann gerettet, da war was los, sage ich Ihnen. Aber das war auch nur ein Aufschub.

Nun wollten wir uns auf die Rettung des Abendlandes „einschießen“, um ein neues Thema zu haben und auch, um unseren Freunden von PEGIDA inhaltlich näher zu rücken.

Und jetzt dieser Anschlag in Brüssel, das Heiligtum der Europäischen Staaten. Wer immer auch von Ihnen dafür verantwortlich war, es war ein Geniestreich. Wir waren so kurz davor, aus unserer bisherigen Fraktion zu fliegen, doch das hat alles verändert. Wir können jetzt wieder sagen, wir hatten recht. Jetzt wird aufgerüstet, auch im Inland, jetzt werden die Grenzen dicht gemacht. Ach, es ist herrlich, zu sehen, wie unsere Forderungen und Rufe nach Ordnung und Sicherheit von den Altparteien übernommen werden, jetzt rücken alle zusammen, jetzt sind wir wieder eine Nation. Gemeinsam gegen den Terror – das hat in den USA schon so wunderbar funktioniert. Und genau deshalb muss man sich seiner wohlmeinenden Gegner entledigen und seine Feinde pflegen. Ein gemeinsamer Feind nach außen und innen hat schon jedes mürrische Volk geeint. Vielleicht hier und da mit der Hilfe von ein paar Polizeiknüppeln und man musste auch mal die Armee im Innern einsetzen, aber es hat funktioniert.

 

Lassen Sie mich folgenden strategischen Vorschlag für eine zukünftige Zusammenarbeit machen:

  1. Wenn wir an der Regierung sind, werden wir weiterhin Ihre Länder für die Durchsetzung geostrategischer und wirtschaftlicher Interessen der deutschen Wirtschaft bombardieren, oder andere dabei unterstützen, damit Sie sich als legitimen antiimperialistischen Widerstand darstellen können, damit die Kommunisten keinen Einfluss gewinnen. Das wollen Sie doch genauso wenig wie wir.
  2. Wo angebracht, unterstützen wir Ihre Organisationen direkt mit materieller Unterstützung, von der beide Seiten nur profitieren können.
  3. Wo 2. nicht angebracht ist, werden wir Sie bekämpfen, damit sie sich als legitimen antiimperialistischen Widerstand darstellen können
  4. Sie verkaufen die Ressourcen, die sie aus den eroberten Gebieten beziehen, größtenteils Öl, zu günstigen Preisen an unsere Verbündete, damit wir nicht direkt miteinander Geschäfte machen müssen, aber dennoch davon profitieren
  5. Die von unseren militärischen Konflikten hervorgerufenen Flüchtlingsströme werden von Ihnen und von uns auf das brutalste verfolgt und unterdrückt. Die Toten auf Ihrer Seite dienen uns für die Darstellung Ihrer Grausamkeiten, unsere Grausamkeiten dienen Ihnen zur Legitimierung.
  6. Nach entsprechender Schikanierung werden die Flüchtlinge wieder ausgewiesen, um dann bestenfalls in Ihr Lager zurück zu kehren, oder im Inland bei uns auszurasten, nachdem sie monatelang gefangen gehalten werden. In jedem Fall wird es uns als Grund dafür dienen, die Gewalt im Land und zur Durchsetzung der politischen Interessen unserer Wirtschaft nach außen weiter voran zu treiben, was ebenso in Ihrem Interesse sein dürfte

 

Sie sehen also – wir können nur gewinnen, solange wir uns treu bleiben und die Leute nicht auf die Idee kommen, dass beide Seiten davon profitieren, Ihnen oder uns zu folgen. Denn wenn sie feststellen, dass es gegen ihre Interessen ist, könnten Sie sich gegen Sie und uns gleichermaßen wenden. Um das zu verhindern, brauchen wir uns gegenseitig.

 

In produktiver Feindschaft reiche ich Ihnen die Hand zum Gruße.

 

Ihre

 

Beatrix von Storch

DIE LINKE: Mit Erika Steinbach gegen die AfD

Berlin. Nachdem für die neuesten Vorschläge verschiedener Vertreter*innen der Linkspartei lediglich sozialdemokratische Urgesteine wie Thilo Sarrazin, Heinz Buschkowsky und post mortem Gustav Noske gewonnen werden konnten, wird nun ein anderer Weg eingeschlagen.
Der ehemalige Fraktionsvorsitzende und Parteipatriarch im Proletariermantel Gregor Gysi kommentierte gegenüber Die Wahrheit: „Lange haben wir uns auf B90/Grüne und die SPD orientiert. Wir boten uns als sozialdemokratisches Korrektiv an. Aber die SPD brauchte gar kein Korrektiv. Die können wir ruhig links liegen lassen.“
Gysi ist mittlerweile 68 Jahre alt. Wer in diesem Alter noch das gelobte Land sehen will, muss sich ranhalten. Dazu meint er: „Die SPD schien mir ein geeigneter Partner zu sein, damit ich noch einmal Vizekanzler und Außenminister werde. Doch egal, wie sehr wir uns ihren Positionen annäherten, um auch die letzten Wähler’innen zum Original umzuleiten, es hat nicht funktioniert, die Wahlergebnisse der SPD blieben enttäuschend.“
Jetzt fahren Gysi und seine Freunde eine andere Strategie. „Lassen wir die Sozialdemokratie links liegen. Angesichts der faschistischen Gefahr, die von der AfD ausgeht, müssen alle demokratischen Parteien zusammenhalten und ein Bündnis der Anständigen eingehen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat es vorgemacht und ist mit dem Arbeitgeberverband ein Bündnis eingegangen. Daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen. Alle aufrechten Demokraten und Demorkatinnen dieses wunderbaren Landes müssen sich zusammenschließen. Damit appellieren wir auch direkt an die CDU.“ So heißt es in einem internen Papier einer parteiinternen Arbeitsgruppe um Petra Pau, Gesine Lötzsch und Gregor Gysi, die früher unter dem Namen FDS auftrat. Überschrieben ist dieses Papier mit „Auf zu neuen Ufern – aus Liebe zur Heimat“
In einem internen Zirkular zu dem Strategiepapier heißt es: „Es mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen, dass ein Bündnis mit der CDU vorgeschlagen wird – doch ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Unsere Freunde in Griechenland haben es vorgemacht, indem sie ein Bündnis mit ANEL eingingen. Wie wir sehen ist diese Koalition seit über einem Jahr ausschließlich von Erfolg gekrönt.“
Auf die Frage, wie sie es denn mit Aussagen der CDU Menschenrechtssprecherin Erika Steinbach hielten, die mehrfach durch rassistische Äußerungen aufgefallen ist, sagte die Bundestagspräsidentin Pau: „In einem persönlichen Gespräch hat mir Erika glaubhaft vermittelt, dass sie die CDU auf keinen Fall verlassen wird und felsenfest auf dem Fundament der Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung steht.“ Sollte es mal zu einem Konflikt mit einer ihrer Aussagen kommen, könnten diese einfach übernommen werden, damit Steinbach selbst im gesamtpolitischen Spektrum linker wirkt, wenn selbiges nach rechts rückt. Die CDU stehe den Positionen Paus insgesamt näher, als die SPD, zeigte sich die LINKE-Politikerin sichtlich erleichtert.
Wir befragten den Vorsitzenden der Sozialdemokratie und prädestinierten Kanzlerkandidaten der SPD, was er von den Entwicklungen halte. „Wissen sie, die Sozialdemokratie hat Weltkriege, Revolutionen und Konterrevolutionen überstanden. Warum sollten wir uns also mit einer Eintagsfliege wie Gregor Gysi beschäftigen? Es ist doch so: wir bei der SPD können immer sagen, dass die Politik, die wir machen von Parteibeschlüssen und den Umständen diktiert wird, wir aber persönlich dagegen sind. Bei der LINKEn ist es umgekehrt. Die wollen ankommen, also müssen sie sagen: >Unsere Basis ist dagegen, aber ich persönlich bin dafür!<“
Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine gehen das Ganze von einem anderen Ende an, landen aber beim gleichen Ergebnis. Wagenknecht sagte gegenüber der Redaktion: „Es gibt in Deutschland gar keine Faschisten. Es gibt nicht mal ein Problem mit Rassismus. Wer das sagt, verprellt nur unsere Wählerbasis, die gerade übergangsweise die AfD gewählt hat, weil wir ihre Sorgen nicht ernst genommen haben.“ In Brandenburg, wo DIE LINKE seit Jahren an der Landesregierung beteiligt ist, befindet sich diese Linie bereits in voller Umsetzung. Wie es gemeint sei, dass Migrant*innen, die keine Arbeit finden, wieder in ihre Länder gehen sollten, erläuterte der Landesvorsitzende Görke: „Wenn wir erst mal die ganzen Arbeitslosen Ausländer los wären, hätten wir schon mal weniger Probleme mit den Sozialleistungen. Dann hätten die Nazis auch nichts mehr, worüber sie sich aufregen könnten. Wir würden also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.“
Es spricht Vieles dafür, dass die Orientierung auf eine linkskonservative Bundesregierung nach den Wahlen 2017 in den nächsten Monaten konkretere Formen annehmen wird. Aus internen Kreisen heißt es, dass Gysi sich darauf vorbereitet, mit Horst Seehofer, mit dem er außenpolitisch viele Ansichten teilt und Erika Steinbach ein Sondierungstreffen abzuhalten, um schwarz-rote Haltelinien einer Zusammenarbeit auszuloten.

Oops I did it again! Erika Steinbach twittert

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„Oops, I did it again!“ Erika Steinbach

Der Erika-Steinbach-Fanclub veröffentlicht heute mit freundlicher Genehmigung von Die Wahrheit die kommentierten Top-Tweets der CDU-Haubitze Erika Steinbach, die nie den Finger vom Trigger lässt und sich immer genau dann zu Wort meldet, wenn alle denken: „Jetzt hat wirklich keiner mehr etwas dazu zu sagen.“

1. Auch Erika Steinbach hat es endlich erkannt – wir leben in einer Diktatur. Vor ihr machten diese Erkenntnis: Horst Seehofer (Unrechtsstaat), Die Reichsbürger (BRD GmbH), Björn Höcke (Einschränkung der Meinungsfreiheit als sanfte Diktatur des 21. Jahrhunderts)

2. Ja, Frau Steinbach hat ihre eigene Meinung, selbst wenn sie der der AfD entspricht. Immerhin ist sie der Vorschlaghammer für Menschenrechte der CDU-Fraktion. Warum sollte sie sich also an etwas anderes halten, als an ihre eigene Meinung. (No props here an die Menschenrechtsauffassung der CDU, please)

3. Sie bleibt optimistisch, dass die CDU die Positionen der AfD endlich übernehmen werde, womit in etwas bis 2017 zur nächsten Bundestagswahl zu rechnen ist. Denn wir gräbt man Rechten das Wasser ab? Richtig! Es wird einfach deren Politik übernommen!

4. Grenzen dicht! Gewehr im Anschlag! Gewerkschaften entmachten! Linsterrorismus den Kampf ansagen! Österreich-Ungarn und die Balkanstaaten führen die institutionalisierte AfD-Politik durch. Wenn sie das in Deutschland haben will, soll sie doch einfach nach Sachsen oder Bayern gehen.

5. Noch einmal: Steinbach bleibt die konsequente Vertreterin der AfD außerhalb der AfD.

6. Es sind nicht die Niedriglöhne. Es ist nicht die Arbeitslosigkeit. Nicht der Sozialabbau. Nicht die Kriegspolitik. Merkel muss weg!

7. Wir wiederholen uns nicht noch einmal. Siehe oben.

8. Lügenpresse! Lügenpresse!

9. „Wie Lassalle sagte, ist und bleibt die revolutionärste Tat, immer ›das laut zu sagen, was ist‹“ Erika Steinbach. Egal ob es die Linkspartei oder die NPD sagt, die sowieso immer das gleiche sagen.

Nachruf auf Wulf Gallert: Ein Realpolitiker, der wusste was er wollte

Magdeburg. Sicher haben schon Viele Gallert längst aufgegeben. Nicht zuletzt die Menschen in Sachsen-Anhalt, wie das Wahlergebnis für DIE LINKE zeigt und seit gestern auch er selbst. Doch niemand ist lange genug tot, dass Die Wahrheit nicht noch mit einen Nachruf nachtreten kann. Deshalb bringen wir nun zum Abschluss, was vor vielen Jahren begonnen hat – Wulf Gallerts politisches Ableben.

Ein Mann, der wusste was er will

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Gallert wusste ganz genau, was er will, was er kann und was er wird. Das ließ er die Bevölkerung des Landes der Frühaufsteher*innen1 wissen, denn er hing quasi an jeder Laterne. Nur was er wollte, wusste außer ihm kaum jemand. Am wenigsten die, die ihn wählen sollten.

Auf seiner Website wird dies folgendermaßen erläutert:“ Mit Hingabe, harter und umsichtiger Arbeit – und mit Ihrer Unterstützung. In meinem Wahlprogramm habe ich konkrete Lösungsansätze benannt. Vor allem aber werde ich Sie, die Bürgerinnen und Bürger, stärker an Entscheidungen beteiligen, um Verwaltungshandeln und politische Entscheidungen transparenter zu machen.“

Mit dieser gallertartigen Erklärung konnten die Menschen den Eindruck gewinnen, dass Gallert sich entschieden hatte, die Öffentlichkeit um’s Verrecken nicht mit konkreten Plänen zu belasten – wer will sich schon damit beschäftigen? Ein Blick in das persönliche Wahlprogramm bringt leider nur wenig mehr Licht ins Dunkel. Einzig und allein beim Personal wurde er konkret. 14300 neue Lehrer*innen bräuchte das Bundesland. Ach und 6200 neue Polizeibeamt*innen, damit das Land noch ein wenig mehr wie Sachsen wird.

Ein Frauenversteher, der wusste, was er will

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Insbesondere nach den Attacken auf Frauen in Köln, war Gallert die Antwort des Landesverbandes Sachsen-Anhalt der Partei DIE LINKE. Er war genau das, worauf die schwächelnde Frauenbewegung in einem solchen Augenblick gewartet hat. Ein Staatsmann. Ein Realist. Ein selbstbewusster Mann in seinen besten Jahren mit väterlichem Schnauzbart und graumeliertem Haar. Jemand, der sich selbst auf großflächigen Plakaten als Frauenversteher betitelt. So etwas flößt Vertrauen ein.

Das ganze Thema war ihm so immens wichtig, dass er ihm einen ganzen Satz in seinem Wahlprogramm widmete. Nicht, dass es falsch wäre, dass geflüchtete Mädchen und Frauen besonders geschützte Räume und Betreuung benötigen, nachdem sie die Qualen des Weges nach Deutschland lebendig überstanden haben, was nicht einmal allen gelingt. Und sonst? Alles im grünen Bereich? Brauchen Frauen auch Schutz, wenn sie nicht geflohen sind? Vor den deutschen Männern vielleicht? Vor Typen wie Gallert? Nein? Dann können wir ja mit ihm in der nächsten Eckkneipe ein Herrengedeck darauf trinken.

Ein Wirtschaftskenner, der wusste, was er will

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Sachsen-Anhalt steht super da. Seit zehn Jahren ist die Wirtschaft nicht gewachsen, aber auch nicht geschrumpft. Das ist für ein Bundesland im Osten schon eine Leistung. Seit 2004 hat Gallert daran als Oppositionsführer der LINKEn-Fraktion im Landtag ganzen Anteil genommen. Sachsen-Anhalt ist auch bei der Arbeitslosigkeit und dem Nettoeinkommen auf dem dritten Platz im gesamtdeutschen Vergleich. Von hinten. Nach Brandenburg – das müssen Sie sich einmal vorstellen, liebe Lerser*innen.

Das bedauerte natürlich auch der ehemalige sachsen-anhaltinische Landeschef der Linkspartei. Um das zu ändern, wollte er eigentlich hart durchgreifen – keine Vergabe öffentlicher Aufträge an die Wirtschaft unter 10 Euro Stundenlohn. Angesichts solch ambitionierter Zielen könnte sich ja Mandy Schabrowski in Weißenfels schon mal einen Vermögensberater engagieren. Nun, auch in der Wirtschaft kannte er sich aus und stand seinen Kolleg*innen in der SPD in Nichts nach. Doch sie wollten ihn ja nicht lassen.

Ein Brückenbauer, der wusste, was er will

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Angesichts der brennenden sozialen Lage, der prekären Versorgungssituation vieler Geflüchteter und zunehmender rechter Gewalt im Land, vor deren Hintergrund sich ein Erfolg der AfD ankündigte, war allen klar:“Das wird das Thema sein. Da setzt er jetzt den Hebel an. Wir sind bereits, ihm alles nachzusehen, wenn er wenigstens den üblichen Aufstand der Anständigen und des demokratischen Lagers verkündigt.“

Und wer Gallert kennt, weiß, dass dieser Mann nicht enttäuschen würde. In einer Situation, in der ein krimineller André Poggenburg, persönlicher Protegé Björn Höckes, und selbst in der AfD auf dem Spielfeld rechtsaußen, die stärkste Landtagsfraktion der Rechtspartei anführen wird, griffen Gallert und sein Team auf eine bewährte Strategie bürgerlicher Politik zurück: Sie hielten sich die Augen zu. Sie kehrten allen dringenden Problemen den Rücken. Sie warfen jedes Alleinstellungsmerkmal, das der LINKEn zu mehr Unterstützung verholfen hätte über Bord. Gar nicht zu reden von einem Programm, das eine tatsächliche Verbesserung der Lebenssituation der Menschen bedeuten würde und ein reales Vehikel im Kampf gegen die Scheißnazis ist. Kein Wort über Rassismus, kein Wort über die AfD, die Waffen wurden lange vor der Ankündigung der Schlacht gestreckt.

Genug jetzt. Bringen wir es mit Gallert selbst zum Abschluss. „Nach dieser Wahl befinden wir uns in einer neuen Phase der politischen Auseinandersetzung, wofür es neue Ideen und neue Gesichter braucht.“ Wer das miserable Ergebnis der Partei angesichts dieses Wahlkampfes auf. Geben wir uns den Rest mit Katja Kipping, die dazu sagte:“ Aber diese Wahlkämpfe fanden in einem gesellschaftlichen Klima des Rechtsruckes statt, wo es ganz schwer war, über eine andere Wahlkampfführung ein anderes Ergebnis zu erzielen.„

Wer so etwas sagt, hat es nicht anders verdient, als im Orkus der Geschichte den Ruhestand zu suchen.

Wir wünschen Wulf Gallert alles Gute im Land der Vergessenen und verabschieden ihn mit einem berühmten Spruch von Gollum.“Geh‘ weg und komm‘ nie wieder!“

1Sachsen-Anhalt bezeichnet sich selbst als Land der Frühaufsteher. Alle, die schon einmal die A9 in Richtung Leipzig gefahren sind, wissen das.

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Nach Landtagswahlen: Petry droht Merkel mit kleinem Österreicher

Berlin. Auf einer Pressekonferenz, auf der die AfD-Führerin Frauke Petry den gestrigen Wahlerfolg ihrer Partei feierte, drohte sie gleichzeitig der Bundesregierung und der Kanzlerin, dass das noch lange nicht alles gewesen sei. Dazu sagte sie der Redaktion von Die Wahrheit:“Wir haben gute Verbindungen zu Österreich, allein schon aus Tradition. Viele von denen sind der Meinung, dass sie die wahren Deutschen sind. Die Wahlen waren ein Warnschuss. Wenn nicht sofort unsere Forderungen umgesetzt werden und alle unproduktiven Ausländer das Land verlassen, holen wir unseren Freund aus Österreich! Und allen hier sollte klar sein, dass das für Deutschland nie etwas gutes bedeutet hat.“